SCHÜPFHEIM
Freude und weihnächtliche Stimmung
Adventskonzert in der Pfarrkirche Schüpfheim
kes. Einen nicht alltäglich musikalischen Austausch pflegten die Jugendmusik Schüpfheim und der Gospel Chor Horw am Sonntagabend mit einem gemeinsamen Adventskonzert in der
Pfarrkirche Schüpfheim. Eine ansprechende Kombination von Gospelsongs, Blasmusik und Orgel erfreute die zahlreich aufmarschierten Konzertbesucher und hinterliess allseits einen nachhaltigen
Eindruck.
Dass man trotz des stürmischen Wetters in einer fast vollen Pfarrkirche auftreten konnte, liess bereits auf einen guten Griff bei der «Partnerwahl» und Programmgestaltung schliessen. Und mit Recht
durften Besucher und Mitwirkende auf eine ebenso spannende, wie vielseitige Aufführung neugierig sein. Flott, in schwarzem Tenue mit rotem Schal, präsentierte sich die Gastformation «Feel the Spirit»
aus Horw schon rein optisch, um nach der kurzen Begrüssung durch die Präsidentin der Jugendmusik Schüpfheim, das Konzert ebenso gepflegt zu eröffnen.
«N' kosi sikelei' i Africa» der aus Südafrika stammende Song, welcher vom Chorleiter Ueli Reinhard auch als offizielle Landeshymne Afrikas vorgestellt wurde, bot dem Chor eine erste Gelegenheit, sich
in seiner Qualität und stimmlichen Ausgeglichenheit vorzustellen. Mit temperamentvollen, schnellen Songs wie «Joshua fit the battle of Jericho» oder «Didn't it rain» zeigten die Sängerinnen und
Sänger, dass sie nicht nur à cappella, auswendig und englisch, sondern auch wendig und schlank singen können.
Treffen diese Vorzüge schliesslich mit Melodien und Harmonien zusammen, die als besonders warm und berührend empfunden werden, kann es vorkommen, dass ein Song so sehr unter die Haut geht, dass er
innerhalb des Chors einen speziellen Stellenwert einnimmt und bisweilen sogar Sängerzuwachs beschert. «The King of who I am» erfreue sich dieser Tatsache, erklärte Ueli Reinhard den Song kurz
erläuternd. Entsprechend ausdrucksvoll und lebendig gestaltet, wurde dieser sodann zum besten gegeben. Viel verdienter Applaus als Antwort auf die überzeugenden Darbietungen entlockte eine ebenso
schöne wie gefühlvoll interpretierte Zugabe aus dem Land des Gospels Afrika.
Eher in Richtung England und Barock führte die Jugendmusik mit der «Suite: Marsch, Sarabande und Fuge» von Georg Friedrich Händel unter der Leitung von Paul Kipfer. Ein für den Einstieg ordentlich
forderndes Stück, bei welchem den jungen Musikantinnen und Musikanten anzumerken war, dass sie sich erst etwas finden mussten, eröffnete den zweiten Konzertteil.
Es folgte als Solo der Choral mit Vorspiel «Es zog ein Täublein weisse», mit welchem Hans Zemp an der Orgel in den Vordergrund trat. Damit war er auch gleich fürden folgenden Dialog «Chorale and
Canzone», besser bekannt unter der Melodie «vom Himmel hoch, da komm ich her», bereit. Festlich, mit einer Intensität und Fülle, die einem Schauer über den Rücken jagten, schloss sich das Korps der
Orgel und den führenden Trompeten an, um schliesslich die weihnächtliche Botschaft gemeinsam und eindringlich zu verkünden.
Ebenfalls von packender Intensität und strahlendem Charakter war das Präludium und Choral «Nun danket alle Gott» von Roland Kernen. «Yellow Mountains» und «Macht hoch die Tür», der beiden Komponisten
Jacob und Jan de Haan forderten nochmals viel Durchhaltevermögen und Konzentration, strahlten aber auch Freude und weihnächtliche Stimmung aus. Das gute Zusammenspiel mit der Orgel - eine nicht zu
unterschätzende Herausforderung für Korps und Organist - liessen über kleine Unsicherheiten und intonatorische Trübungen in den Reihen der jungen Musizierenden hinweg hören. Auch vermochte der
überzeugende Gesamteindruck des Korps den zeitweiligen Wunsch nach etwas mehr Geschmeidigkeit hintan zu setzen.
Gekonnt verstand es Hans Zemp an der Orgel ausserdem immer wieder durch ruhig zarte Zwischenspiele feine, klare Kontraste einzubringen. Paul Kipfer führte indes sicher und bestimmt über alle Klippen.
Schliesslich durfte man nochmals gespannt sein, wie es klingt, wenn Jugendmusik, Chor und Orgel gemeinsam zum Finale bitten. Mit dem französischen Weihnachtslied «Les anges dans nos campagnes» und
«Hark! The Herald Angels sing» kamen sich die Musizierenden mit Rücksichtnahme und Anpassung entgegen. Dies verlangte von den Musizierenden einfühlsame Zurückhaltung vom Chor hingegen noch etwas mehr
Power. Zufriedene Gesichter und die Überzeugung, ein gutes Projekt verwirklicht zu haben, konnten von Anfang bis Schluss beobachtet werden und möchten hoffentlich auch in die kommenden Weihnachtstage
begleiten.

